Der am 20. März 2008 veröffentlichte Bericht einer Untersuchungskommission der UN schafft erneut Gewissheit über die kontinuierlichen Gräueltaten in Darfur. Die Städte Saraf Jidad, Sirba, Silea and Abu Suruj wenige Kilometer nördlich von Al-Geneina, der Hauptstadt Westdarfurs, sind nach der Offensive im Februar völlig zerstört. Milizen und Soldaten der sudanesischen Armee umstellten die Städte, drangen dann ein und schossen wahllos auf Kinder, Frauen und Männer. Häuser wurden geplündert und dann niedergebrannt. Mehrere Frauen, ältere Menschen und Kinder wurden in ihren Häusern lebendig verbrannt. Lebensmittelvorräte, Schulen und medizinische Einrichtungen wurden gezielt zerstört. In Suruj wurde vor Ankunft der Bodentruppen ein Flüchtlingslager bombardiert wobei vier Frauen und fünf Kinder im Alter zwischen 1 Monat und 12 Jahren getötet wurden. Frauen wurden brutal vergewaltigt, viele Bewohner werden seither vermisst. Mehr als 30.000 Menschen flüchteten in das Umland und über die Grenze zum Tschad. Auch das Moon-Gebirge in welchem Zehntausende der Flüchtlinge Zuflucht gesucht hatten wurde wenige Tage später, vom 18. bis zum 22. Februar großräumig bombardiert und Ziel einer groß angelegten Bodenoffensive. Die Ausmaße der Zerstörung dort konnten von UN-Seiten nicht untersucht werden, da die sudanesische Regierung das Gebiet hermetisch abriegelte.
UN-Bericht der Kommission unter http://www.ohchr.org/Documents/Press/WestDarfurreport2003.pdf