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Angriff auf Marktplätze in 3 Städten durch sudanesisches Paramilitär

Am 6. und 7. April griffen die von der Regierung bewaffneten Janjaweed-Milizen drei Städte in Darfur an bei denen 14 Menschen getötet und zahlreiche verletzt wurden. In Al-Fashir, der Hauptstadt Norddarfurs schossen die Angreifer auf dem Marktpatz belanglos auf Personen und töteten dabei 4 und verletzten 15 Zivilisten. Geschäfte wurden geplündert. In Tawila kam es zu fünf Toten und 7 Verletzten. In Kabkabiya wurden 6 Menschen getötet, 16 verletzt und anschließend der Markt niedergebrannt, teilte Abdel Rahman Adam Nimer, Militärsprecher der SLA der Nachrichtenagentur Sudan Tribune mit. Besitzer der Geschäfte zogen sich zurück, die Bewohner der Stadt verharrten aus Angst in ihren Häusern. Die der sudanesischen Regierung nahestehende Medienagentur SMC. berichtete, die Angriffe seien ein Protest an die sudanesische Regierung, weil diese den ausstehenden Sold der Milizen nicht bezahlt habe.
Die Stadt Al-Fashir ist der Hauptstützpunkt der UN-AU-Truppen (UNAMID). Nicht einmal hier wird die Zivilbevölkerung Darfurs vor Übergriffen geschützt. Die Stationierung der UN-Truppen vollzieht sich immer noch schwerfällig. Bis zum ersten Januar 2008 sollten 26.000 Blauhelme in Darfur für Sicherheit sorgen. Bisher sind nur wenig mehr als 9000 stationiert. Und selbst dieser kleinen Truppe fehlt die notwendige Ausrüstung. Die Tatsache, dass nach mehr als 5 Jahren gezielten Angriffen auf die Bevölkerung in Darfur immer noch keine funktionierenden und das Mandat erfüllenden Blauhelmtruppen in Darfur sind, ist ein Anzeichen für das Scheitern der Diplomatie der UN und darüber hinaus ihrem Anspruch und ihrer Verantwortung Menschen weltweit vor Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen zu schützen.
Die Hauptgründe für das Fehlen der UN-Truppen in Darfur liegen hauptsächlich im Widerstand und der Sabotage von Seiten der sudanesischen Regierung, dem Einspruch der Vetomächten China und Russland im Weltsicherheitsrat der UN, sowie dem geringen Engagement der Geberländer, die Truppen mit der notwendigen Ausrüstung auszustatten. Die sudanesische Regierung bedient sich aller erdenklichen Mittel, um UN-Truppen aus Darfur herauszuhalten, die Stationierung zu verzögern und die Truppen an der Ausführung ihres Mandates zu behindern. China wiederum verhinderte ein schärferes Mandat, welches die UN auch gegen den Willen der sudanesischen Regierung eingreifen hätte lassen können, da China bis zu 70% des Öles aus dem Sudan importiert. Zu all diesen Schwierigkeiten kommt die Zurückhaltung der Länder, die in der Lage wären, den UN-Truppen die notwendige Ausrüstung bereit zu stellen. Nur als Beispiel seien hier die traurig unerwiderten Bittgesuche des UN-Generalsekretärs Ban Ki moon: Ab Oktober 2007 flehte er fast wöchentlich um die Bereitstellung von 24 Helikoptern für die Truppen in Darfur, welche für die Funktion der Truppen unabdingbar sind, jedoch ohne Erfolg. Die europäischen Länder besitzen mehrere tausend Helikopter und verfügen über große finanzielle Ressourcen. Trotzdem blieb Ban Ki moons Gesuch unerwidert. So bleibt der UN nichts anderes als sich auf die schwierigen, zähen und langsamen Verhandlungen mit dem Sudanesischen Regime einzulassen. Zu oft schon hat die UN leere Drohungen ausgesprochen, als dass sie von sudanesischer Seite noch ernst genommen würde.

Darunter leidet vor allem die Zivilbevölkerung in Darfur. Seit mehr als 5 Jahren entwurzelt und vertrieben, verharren sie in den Flüchtlingslagern und kämpfen um ihr Überleben. Zwei Jahrzehnte ging der Krieg der sudanesischen Regierung gegen den Südsudan in der zweiten Phase und forderte 2 Millionen Menschenleben. Die Schätzungen für die Zahl der Opfer in Darfur bewegen sich zwischen 300.000 und 500.000. Viele Flüchtlinge kämpfen ums Überleben, die Sterblichkeitsrate in den Lagern ist in diesem Jahr wieder deutlich gestiegen. Wie lange darf dies so weitergehen, werden in Darfur auch 2 Millionen Menschen sterben müssen?
UNAMID-Polizist im Zamzam Flüchlingslager außerhalb Al-Fashirs, 12. 01.2008

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